Kulturica | Die 4 Typen von Urlaubern
 

Die 4 Typen von Urlaubern

Trolltunga

Die 4 Typen von Urlaubern

Wenn man so an die Urlaubssaison denkt, dann hat man fast automatisch ein Bild von blauem Himmel, Palmen und weißem Strand vor dem inneren Auge. Aber die Zeiten des All-Inclusive-5-Sterne-Hotels mit Strand direkt vor der Haustür – um ja nicht zu weit laufen zu müssen – sind im Grunde lange vorbei (zumindest für die Jungen und Junggebliebenen).

 

Raus aus dem Büro und den vertrauten Pfaden!

 

Je mehr wir nämlich in Büroräumen sitzen und auf Bildschirme starren, desto mehr reizt uns doch der Gedanke, all diesem zu entfliehen. Aber nicht an einen Strand, um uns dort verschlafen den Bauch verbrutzeln zu lassen – das ist doch irgendwie langweilig, um mal ehrlich zu sein. Was man bräuchte, ist einmal ein richtiger Abenteuerurlaub. Survival-Training, Outdoor-Camp, Dschungelexpedition oder Safari. Einfach mal etwas ganz anderes wagen, weg von den eingetretenen Pfaden, raus aus dem Bekannten und Vertrauten. Wenn wir als Arbeitnehmer schon nur 3-4 Wochen Urlaub im Jahr bekommen, dann darf die Reise ruhig ultimativ und aufregend sein, denn entspannen kann ich mich auch abends mit einem Bier auf der Couch.

 

camping

 

Im Urlaub über sich hinauswachsen

 

Urlaub kann auch dazu da sein, um als Mensch ein kleines Stückchen besser zu werden. Als Gipfelstürmer ist persönliche Selbstdisziplin gefragt, beim Rafting Einfallsreichtum und Selbstvertrauen, und auf Safari im Jeep lernt man, die Ruhe zu bewahren, wenn man wilden Tieren begegnet. Im Büro in der Heimat müssen wir zwar auch Disziplin und Ruhe an den Tag legen, dürfen uns nicht zu sehr stressen lassen und müssen Kommunikationsfähigkeit beweisen, aber es fehlt das Wagemutige und die Begegnung mit wilder Natur und fremden Kulturen. Dafür haben die Menschen ja schließlich die Urlaubsreise erfunden. Und wenn wir schon zwei Wochen Urlaub nehmen, dann wollen wir auch etwas erleben, unglaubliche Erinnerungen statt Fotos sammeln, und vielleicht sogar etwas Neues lernen und geheime Talente in uns entdecken.

 

klettern

 

Es gibt im Grunde vier Typen von Reisen und Urlaubern:

 

1. Die entspannten Wassernixen, die sich Cocktail schlürfend stets in Wassernähe aufhalten und nach zwei Wochen mit einer schönen Bräune wieder vor ihrem Computer hocken.
Souvenir: Urlaubsbräune, Rezepte für neue Cocktails und Fotos für Instagram.

 

2. Dann die Stadturlauber, die nachts von Bar zu Bar hoppen, während sie tagsüber durch Museen schlendern.
Souvenir: Den Koffer voller neuer trendiger Klamotten, die gerade in der jeweiligen Metropole angesagt sind.

 

3. Die Wanderer und Frischluftfreunde, die mit wasserdichten Wanderschuhen und ihrem multifunktionalen Outdoor-Rucksack, vollgepackt mit Proteinriegeln und Käsebroten, die Natur erkunden und durch Wald und Wiesen stapfen.
Souvenir: Aufgeschürfte Knie, Mückenstiche und neue Deko für die eigene Wohnung (lustig geformte Steine und zerknorkste Äste).

 

4. Die Abenteurer, die Nimmersatten, die Gierigen nach Leben und An-die-Grenze-kommen. Die Wildwasser-Rafter, die Kletterer, die Forscher, die temporär-aus-der-Zivilisation-Aussteiger.
Souvenir: Das befriedigende Wissen, wie es ist, endlich mal alles aus sich herauszuholen und an die eigenen Grenzen zu gehen.

 

Also, warum nicht einmal etwas Einmaliges wagen? Einmalig in dem Sinne, dass es so atemberaubend und Nerven kitzelnd war, dass man tatsächlich sagt „Einmal und nie wieder“? Natürlich muss es nicht der Sprung aus dem Flugzeug über den Anden oder Schwimmen im Nil sein…

 

Tromsø in Norwegen

Ich bei der Schlittenhundefahrt in Tromsø / Norwegen

 

Was hält uns ab?

 

Mal abgesehen vom inneren Schweinehund, empfindlichen Mägen und allgemeiner Zaghaftigkeit: Was hält uns davon ab, nicht einmal öfter in einen Kletterwald zu gehen und in luftigen Höhen dem Rauschen der Baumwipfel zu lauschen? Oder Canyoning, das heißt mit Gurt und Seil durch Wasserfälle und enge Schluchten zu klettern? Einen Tauchkurs zu machen und den Geheimnissen des Meeres auf die Spur zu kommen? Berge besteigen, sich mal wieder schmutzig machen, Blätter in den vom Wind zerzausten Haaren ansammeln, unbekannte (aber sichere) Speisen zu sich nehmen, von anderen Kulturen und sogar Tieren lernen?
Es wird Zeit, mal etwas Schwung in den grauen Alltag zu bringen.

 

Also, raus aus dem Trott, Badehose und kleines Schwesterlein eingepackt, und ab ins Unbekannte!

 

Erscheint im aktuellen Pfalz-magazin: www.das-pfalz-magazin.de

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